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dr. michael blume - RELIGIONSWISSENSCHAFT AUS FREUDE |
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Was?

Die deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (www.dvrw.de) beschreibt ihre Tätigkeit sehr schön als Aufgabe, „die Geschichte und das Wesen der Religionen zu erforschen, das Studium der Religionen zu fördern und die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und zu verbreiten und damit die Kenntnis einer zentralen Erscheinung der Menschheitskultur ständig zu verbessern. Dies geschieht gleichzeitig in dem Bewusstsein, dass eine sachorientierte und unvoreingenommene Darstellung der verschiedenen Formen des religiösen Lebens zu einem besseren gegenseitigen Verstehen und zu einem duldsameren Zusammenleben der Menschen und der institutionellen Religionen zur Förderung des Friedens und der Mitmenschlichkeit beitragen.“
Klassische Religionswissenschaft arbeitet stark mit historischen Schriftzeugnissen und Erkenntnissen aus Archäologie und Ethnologie, ein weiterer Hauptzweig mit Methoden der Religionssoziologie und teilweise auch -philosophie. Daneben sind in jüngster Zeit verstärkt Forschungen „vor der eigenen Haustür“ getreten (z.B. Interviews, die Erforschung religiöser Landschaften in Städten und Gemeinden) und gezielte Brückenschläge zu anderen Disziplinen (wie Psychologie, Neuro- und Soziobiologie, Paläoanthropologie, Politikwissenschaft, Jura u.v.m.) erfolgt.
Während Theologen im Regelfall von den Glaubensannahmen ihrer Gemeinschaft her argumentieren, lehren und forschen, muss sich Religionswissenschaft daran messen lassen, dass ihre Erkenntnisse unabhängig von religiösen Vorannahmen nachvollziehbar (und ggf. empirisch überprüfbar) sein müssen. Die persönliche Wertung ist von der wissenschaftlichen Beschreibung zu unterscheiden: ob eine Religion gut oder schlecht ist, Gott existiert oder nicht, kann und darf die Religionswissenschaft nicht entscheiden. Das heißt aber nicht, dass Religionswissenschaftler keine eigene, religiöse oder weltanschauliche Haltung hätten (und die ehrlichsten tun auch längst nicht mehr so, als stünden sie darüber) - sondern es heißt viel mehr, dass hier oft Menschen mit ganz unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen gemeinsam forschen, lehren, diskutieren. Intolerante und humorlose Zeitgenossen haben es da schwer. Zu Recht werden Religionswissenschaftler von anderen Disziplinen -und gerade auch von Theologen- als oft anregende Gesprächs- und Kooperationspartner geschätzt.
Die große Vielfalt und Freiheit der Religionswissenschaft hat jedoch auch ihren Preis: Keiner kann Experte auf allen Gebieten sein. Wer sich nur treiben lässt, geht unter. Es gibt viele Chancen (z.B. Wirtschaft, Stiftungen, Politik und Verwaltung, Journalismus, moderne Museen, Erwachsenenbildung etc.), aber kaum feste Berufsbilder. Kirchen und Religionsgemeinschaften setzen für gewöhnlich (und mit einigem Recht) auf Absolventen ihrer jeweiligen Theologien, auch z.B. im Religionsunterricht.
Wer also als Religionswissenschaftler auch einmal arbeiten will, braucht Eigeninitiative, muss sich selbst Schwerpunkte finden und in ihnen mutig sein, muss sich auch praxisnahe Kompetenzen inner- und außerhalb der Universitäten erarbeiten (z.B. in Ehrenämtern), sich kümmern und sollte das Fach auch mit mindestens einer anderen Disziplin verbinden. Gute Professoren der Religionswissenschaft erkennen Sie daran, dass sie ihren Studenten solche Freiheiten ermöglichen, ja fordern und fördern.
Noch ganz in den Anfängen stecken Nebenberufs- und Seniorenstudiengänge, obwohl das Interesse immens ist. Wie lebendig die Religionswissenschaft morgen sein wird, hängt also vor allem auch davon ab, wie kreativ und mutig heutige Religionswissenschaftler sind.
Siehe auch: www.religionswissenschaft.de und den religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienst REMID.
Meine persönlichen
Forschungsschwerpunkte: - Religion und Demografie - Religiöse Identitäten in Europa - Religion und Hirnforschung - Evolutionsbiologie der Religiosität - Netzkultur. Werte im World Wide Web.
(Kostenfreier) Beispielartikel:
"Homo religiosus", Gehirn und Geist 04/2009. S. 32 - 41
Buch:
Vaas, R.; Blume, M.: "Gott, Gene und Gehirn. Warum Glaube nützt. Zur Evolution der Religiosität", Hirzel 2009

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| www.Blume-Religionswissenschaft.de |
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